Brauchtum

Prangstangen

Schönster Blumenschmuck - jeweils am 24. Juni (Zederhaus) und am 29. Juni (Muhr).

Das Prangstangentragen hat in den Orten Zederhaus und Muhr im Lungau eine lange Tradition. Dabei werden eine Woche lang bis zu 12 Meter hohe und 80 kg schwere Stangen mit Blüten verziert und am so genannten Prangtag bei der Prozession mitgetragen. Im Anschluss können sie bis zu Maria Himmelfahrt (15. August) in der Kirche besichtigt werden. Bei der Vorbereitung und Herstellung des Blumenschmucks packt das ganze Dorf mit an:

An die 50.000 Blumen (Margeriten, Enzian, Pfingstrosen, Bergnelken) werden gesammelt und zu Blumengirlanden geflochten. Dem Umzug mit Prangstangen liegt übrigens ein Gelübde zugrunde: Trugen die Dorfbewohner ehemals die mit Blumen geschmückten Stangen durchs Dorf und über die Felder, wurden sie von einer weiteren Heuschreckenplage verschont.

Kasmandl

Hoch oben in den Bergen und Felsen des Lungaus hausen im Sommer die Kasmandl - kleine zwergähnliche Gestalten. Wenn im Herbst Schnee, Eis und Kälte auf den Bergen Einzug halten, kommen die Kasmandl aus ihrem Versteck hervor und suchen von Martini (11.11.) bis Georgi (23.4.) ihr Winterquartier - die verlassenen Almhütten - auf. Der Bauer muss daher spätestens am Vortag von Martini seine Tiere von der Alm abgetrieben haben.

Die sogenannten Kasmandl beschützen über den Sommer das Vieh und die Leut auf der Alm. Heute gehen Kinder von Haus zu Haus, sagen Gedichte auf, singen herbstliche Almlieder und verteilen Rahmkoch, Rahmkas und Schnuraus.
  

Ratschen

Das Ratschen (lautes Knattern mit einem Holzinstrument) ersetzt von der Gründonnerstagsmesse bis zur Osternacht das Glockengeläut ("Die Glocken fliegen nach Rom und kommen erst zu Ostern zurück") . Die Ministranten der Pfarrkirche St. Michael ratschen zur Messe am Gründonnerstag, am Karfreitag und am Karsamstag.
  

Ostereierfärben am Gründonnerstag

Osternest der besonderen Art

Es hat wohl jede Hausfrau ihr eigenes Eierfärbgeheimnis!

Diese goldenen Ostereier wurden mit der Farbe von Zwiebelschalen gefärbt. Die Eier werden in Baumwolltücherl verpackt. Der Abdruck von Frühlingsblumen wie Huflattich und Krokus, Girsch-, Kerbel- und Erdbeerblätter lassen kleine Kunstwerke entstehen. Für den besonderen Glanz sorgt die gute Speckschwarte. Frohe Ostern!

Osterfeuer

In der Nacht von Ostersamstag auf Ostersonntag werden vielerorts Osterfeuer angezündet. Das Abbrennen des Osterfeuers ist ein alter Brauch. Zu Ostern trifft man sich dann bei Anbruch der Dunkelheit, um das Osterfeuer zu entzünden. Diesen Brauch kannten schon die alten Germanen. Das Feuer sollte den Winter, aber auch böse Hexen und Geister vertreiben.
  

Krampus

In ein zottiges Fell gehüllt und mit einer kräftigen Rute in der Hand, ähnelt der Krampus einem Furcht erregenden Unhold.Das höllische Treiben geht wieder los. Heute beleben wieder zahlreiche junge Menschen dieses 500 Jahre alte Brauchtum und die Krampusläufe sind immer aufwendiger geworden: mit eigens konstruierten Wagen, lauter Musik und Feuer.

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